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Sie befinden sich hier: Reisen > 2003 > IDS Mein Messebsuch auf der IDS 2003
Beruflich bedingt habe ich die IDS (International Dental Show) 2003 in Köln besucht. Um 6 Uhr ging es los. Es war recht neblig, so daß ich nur langsam vorankam. Dafür konnte ich die mir lieben Frühnebelsituationen aus dem Augenwinkel geniessen, die sich bei Sonnenaufgang einstellen. Nach einer kleinen Pause auf der recht stark befahrenen Autobahn bei Funckenhausen gelangte ich gegen 11 Uhr endlich auf dem Parkplatz der Kölnmesse an. Nach dem Transfer durfte ich die neu erdachte "Registrierung" erleiden. Früher bekam man am Schalter als Spätkommer innerhalb weniger Sekunden die Karte und konnte die Messe betreten. Jetzt mußte man sich in eine Schlange wie beim Gepäckschalter am Flughafen einreihen (mit den gleichen Trennbändchen) und etwa 15 Minuten warten, bis man den ausgefüllten Registrierzettel abgeben und die Freikarte (oder auch zu bezahlende Karte) erhielt. Das ist für mich auch ein Grund, diese Messe in Zukunft zu meiden. Wenn ich ins Kino gehe, will ich auch nicht meine Daten angeben müssen und hinterher mit Werbung vollgeschüttet werden. Die Dame schaute auch nicht schlecht, als Sie mir meine Registrierung mit Dagobert Duck scannte. Aber ein kleines Lächeln glitt über Ihr Gesicht, als sie die Adresse in den USA sah: Entenhausen...
Es gibt zwar - wie auf fast jeder Messe - ein Fotografierverbot, aber das kann man getrost ignorieren. Besonders lustig ist das auf der in den gleichen Räumen stattfinden Photokina... Die Messe fand in 5 Hallen statt. Wie immer links und rechts vom Eingang verteilt. Ich hatte mir keinen festen Plan vorgenommen, sondern bin durch die Gänge geschlendert. Dabei habe ich garantiert nicht alles gesehen, aber ich zähle hier mal meine ganz persönlichen Highlights auf. Da ich ich dentalmässig schon "fast alles habe" sind es eher überraschende Produkte. Firmen, von denen ich mir keine Unterlagen mitgenommen habe, fallen aber hier evtl. weg.
Die Firma Hi-Dent bietet eine Stand-Alone Lösung an, für die man nur eine Steckdose braucht (oder auch drei). Diese DSA 2000 L (DSA = Dental Stand Alone) beinhaltet Kompressor, Wasserbehälter und Absaugbehälter. Natürlich zahlt man ein wenig mehr als üblich, aber man kann das ja durch einen gebrauchten Stuhl bei ebay etwas abmildern. Praktisch ist das für abgelegen gelegen Räume oder für den schnellen Um- oder Einzug in Praxisräume. Dann kann einen auch keine zentral ausfallende Kompressor-, Absaug- oder Wasseranlage alle Stühle lahmlegen - auch wenn das selten vorkommt. So bei 15.000 Euro ist man dabei (plus Stuhl). Lupen interessiert mich auch. Da ich zur Zeit mit einer preiswerten 1.5x Vorsatzlupe (100 Euro) aus dem Baumarkt arbeite (auch gegen die Alterssichtigkeit), präferiere ich Stirnlupen. So bietet u.a. die Firma IC Lercher eine 2.5fach Lupe mit Licht für 1700 Euro an. Mit Speziallicht um den Kunststoff beim Füllen nicht zu härten, kostet das Ganze 2300 Euro. Letzteres dürfte die Standardlösung sein.
Die Firma Electropaint bietet an, die Metalloberflächen der Praxis (Möbel, aber auch alles andere) über Nacht ohne Staub und Dreck elektrostatisch zu lackieren. Pro Schrank gibt es deutschlandweit incl. Anfahrt einen Pauschalpreis von 250 Euro. Da die Leute sich mit Dentaleinheiten auszukennen scheinen und es auch Mengenrabatt gibt (man kann die Möbel für einen Kostenvoranschlag per Digitalkamera einsenden), ist das eine interessante Alternative zum normalen Lackieren, da es auch keinen Praxisaufall gibt. Der Neupreis der Möbel ist zwar nur etwa 250% vom Neulackierpreis, aber wer sich an seine Möbel gewöhnt hat oder dem Charme der antiken Garnitur verfallen ist, hat hier eine Möglichkeit, diese wieder auf Vordermann zu bringen. Die Firma bietet auch an, alte Metallgriffe neu anzufertigen, wenn diese ebenfalls abgenutzt sind (Preise sind zu verhandeln). Teure Dinge, wie Cerec 3-D, OzonHeal, digitale Röntgensensoren und Laser habe ich mir zwar auch angeschaut, aber bei der jetzigen unsicheren Gesundheitspolitik investiere ich persönlich nicht in diese überteuerten Geräte, deren Anschaffungspreis nie und nimmer in einer Kassenpraxis wieder hereinkommt.
Die Firma TTM-Software bot eine sprachgesteuerte Softwarelösung zur Terminvergabe der Patienten an. Diese arbeitet mit üblichen Telefonanlagen und fast allen Dentalsoftware zusammen. Vielleicht ist das in der Zukunft eine Lösung, um noch mehr Personal zu sparen. Aber ob die normalen älteren Leute damit zurecht kommen? Der Preis hängt von der Anzahl der Plätze ab und ist zu erfragen. Der Vertrieb erfolgt über Demedis. Stand September 2007: Die Firma TTM Software hat keine Webseite mehr. Auf dem Stand von DampSoft habe ich mir einen Table-Top PC angeschaut, der mit Handschrifterkennung arbeitet. Nicht überzeugend. Sehr langsam und im Gegensatz zu einem kleinen Handheld braucht das Gerät einen extra Stift - der Finger reicht nicht aus. Die Laufzeit von nur 3-4 Stunden übersteht auch keinen Praxistag. Dann gleich einen Laptop mit Touchscreen oder einen Screen-PC - die sind schneller, kosten kaum mehr und sind flexibler einsetzbar...
Einige Stände mit Kompressoren, wie z.B. Schneider-Druckluft informierten mich über aktuelle Preise von Zentral-Kompressoren für die Praxis. Mit 3000 Euro ist das ein guter Brocken, wenn der Kompressor mal nicht mehr will. Zumal teure Wartungen den Preis hochtreiben. Mein Kompressor komprimiert zum Glück seit Jahren klaglos die Luft in meiner Praxis. Angeschaut habe ich mir noch einige elektronische System zur Bißregistrierung, wie z.B. von Girrbach. Nur brauchen all diese Systeme immer noch den geführten Unterkiefer. Nur, wenn ich den führen kann, reicht normalerweise schon ein Bißregistrat aus, um den Biß festzulegen. Die kleinen Unterschiede in den verschiedenen Kiefergelenken spielen selten eine Rolle, und wenn auch nur bei sehr großen Arbeiten. Mir schwebt immer noch ein System vor, das der Patient klein auf die Zähne montiert bekommt und dann mittels Funksensor und extraoraler minimaler Fixierung der Patient eine kleine Mahlzeit zu sich nehmen darf und das gute Gerät daraus die Kieferbewegungen ausrechnet. DAS wäre ein Fortschritt, der die exorbitanten Preise (3000 Euro) auch wert wäre. Der Gimmick für die übrigstens überlüssigste Software war auf dem obigen Stand eine Software zum Ausfüllen des Funktionstatus... Demnächst braucht man wohl noch Software, um den Terminzettel auszufüllen...
Nachdem ich einige Stunden über die IDS gelaufen bin, habe ich mich noch an das Rheinufer verirrt beim Herausfahren aus der Stadt und mußte erst einmal eine kleine Pause einlegen, um mich zu erholen... |
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