1. Zweck und Grenzen
MPC Check hilft, optische Beobachtungsdateien vor der weiteren Verwendung zu prüfen. Es liest das klassische MPC1992-Format mit 80 Spalten (OBS80) sowie ADES in XML- oder PSV-Schreibweise. Die lokale Prüfung kontrolliert Formatmerkmale, Kalenderdaten, die ADES-Zielversion 2022 und doppelte Zeitstempel. Zusätzlich lassen sich drei lesende Dienste des Minor Planet Center (MPC) aufrufen: CND, Submission Status und WAMO.
Das Programm verändert die eingelesene Datei nicht. Es repariert keine Daten, setzt keine Zeitstempel um und reicht keine Beobachtungen ein. Es versendet auch keine E-Mail und fordert keine Action Codes an. Alle Online-Abfragen beginnen durch einen ausdrücklich gewählten Knopf oder CLI-Unterbefehl.
2. Installation und Start
Die Windows-Fassung ist für Windows 10/11 mit 64-Bit-Prozessor vorgesehen. Die benötigte Python-Laufzeit und die Bibliotheken sind enthalten. Eine eigene Python-Installation ist zum Benutzen der fertigen EXE nicht erforderlich.
MPCCheckSetup.exestarten und die gewünschte Sprache wählen.- Installationsordner prüfen. Standard ist
%LOCALAPPDATA%\Programs\AmrumSoftware\MPCCheck. Die Installation gilt für das aktuelle Windows-Benutzerkonto und benötigt normalerweise keine Administratorrechte. - Die Aufgabe „Desktop-Verknüpfung erstellen“ ist vorausgewählt und kann abgewählt werden.
- Installation abschließen. Auf der Abschlussseite kann MPC Check gestartet werden.
Der Startmenüeintrag heißt MPC Check. Je nach Einstellung der zentralen Startmenü-Verwaltung befindet er sich direkt unter „AmrumSoftware“ oder im Unterordner „MPC Check“. Ohne zentrale Verwaltung bleiben die normalen gruppierten Verknüpfungen erhalten. Die Hilfe ist zusätzlich aus dem Programmmenü Hilfe → Deutsches Handbuch öffnen erreichbar.
Die portable Fassung kann weiterhin direkt über MPCCheck.exe gestartet werden. Im mitgelieferten Programmordner müssen MPCCheckCLI.exe und der vollständige Ordner _internal erhalten bleiben. Die EXE allein reicht nicht aus. Ein zweiter GUI-Start öffnet keine weitere Prüfinstanz.
3. Der erste Prüfbericht
- Den Reiter Lokale Prüfung öffnen und Datei wählen anklicken.
- Eine UTF-8-Datei mit OBS80, ADES XML oder ADES PSV auswählen.
- Lokal prüfen wählen. Dabei findet keine Netzabfrage statt.
- Im Bericht zuerst Format, Anzahl der Beobachtungen und die Zusammenfassung der Fehler und Warnungen lesen.
- Bei Bedarf den gesamten Bericht als JSON oder Text speichern oder mit Bericht kopieren übernehmen.
Fehler verhindern eine erfolgreiche lokale Vorprüfung. Warnungen verlangen eine fachliche Kontrolle, machen die Datei aber nicht automatisch ungültig. Hinweise erläutern besondere Fälle, beispielsweise die ADES-Filterausnahme. Die Fundstellen nennen OBS80-Zeilen, XML-Zeilen oder PSV-Datensatznummern. PSV-Datensatznummern zählen Beobachtungen und entsprechen wegen der Kopfzeilen nicht zwingend der Zeilennummer im Texteditor.
Ein Bericht mit ok: true bedeutet, dass die implementierten lokalen Prüfungen bestanden sind. Er ist keine Bestätigung einer erfolgreichen Einreichung beim MPC. Bei Fehlern die Quelldatei in der dafür verwendeten Auswertesoftware kontrollieren und anschließend erneut prüfen. MPC Check überschreibt sie nicht.
4. OBS80-Dateien
Jede Datenzeile muss exakt 80 druckbare ASCII-Zeichen enthalten. Leerzeichen gehören zum Format. TABs, Steuerzeichen, fehlende Stellen und zusätzliche Zeichen werden beanstandet. Das Programm füllt Zeilen nicht stillschweigend auf und schneidet sie nicht ab.
Bekannte Kopfzeilen wie COD, CON, OBS, MEA, TEL, NET, COM, NUM und ACK sind zulässig. Auch ----- end ----- wird erkannt. Beobachtungen hinter dieser Endemarkierung werden als Fehler gemeldet. Ein senkrechter Strich in einem OBS80-Kommentar macht die Datei nicht zu einer PSV-Datei.
Geprüft werden insbesondere Objektkennung, Form des dreistelligen Stationscodes, UTC-Kalenderdatum, Rektaszension und Deklination. Die Position muss in den üblichen Stunden-/Grad-, Minuten- und Sekundenfeldern stehen und im gültigen Winkelbereich liegen. Dies ist keine vollständige inhaltliche Prüfung aller historischen OBS80-Sonderfelder.
Zweizeilige Beobachtungen
Bei unterstützten S/s- und V/v-Sätzen gehören die beiden Zeilen zu einer Beobachtung. Kennung, Datum und Station müssen zusammenpassen. Die zweite Zeile wird bei der Duplikatprüfung nicht als weitere Messung gezählt. Auch ein bereits zu 160 Zeichen zusammengefügtes Paar kann eingelesen werden. Eine alleinstehende zweite Zeile oder ein unvollständiges Paar ist ein Fehler. Radar-R/r-Sätze werden nicht vollständig fachlich unterstützt und deshalb beanstandet.
Einige Kennzeichen sind nur für bereits archivierte oder konvertierte Beobachtungen vorgesehen. MPC Check meldet entsprechende Hinweise zur Eignung für neue Einreichungen. Die Originalzeichen bleiben für eine spätere WAMO-Abfrage erhalten.
5. ADES XML und PSV
ADES ist das Astrometry Data Exchange Standard-Format. XML verwendet Elemente wie <obsTime>; PSV verwendet durch senkrechte Striche getrennte Spalten und Kopfzeilen. MPC Check nutzt zum Lesen und zur Schemaprüfung die offizielle Bibliothek iau-ades.
Die Zielversion ist 2022. In XML muss das Wurzelelement zum Beispiel <ades version="2022"> lauten; in PSV beginnt die Datei mit # version=2022. Eine Version 2017 wird als Fehler der Zielprüfung gemeldet. Laut MPC-Ankündigung entfällt die Annahme von ADES 2017 am 30. Dezember 2026. Das klassische OBS80-Format bleibt nach dieser Ankündigung weiterhin angenommen.
Es wird das Einreichungsschema geprüft. Dazu gehört ein vollständiger obsContext mit den erforderlichen Angaben zu Beobachtungsstätte, Einreicher, Ausmesser und Teleskop. Eine Datenliste ohne Kontext kann als Austausch- oder Archivdatei sinnvoll sein und dennoch diese Einreichungsprüfung nicht bestehen. Fehlende Angaben werden nicht erfunden.
Die Zeit steht in obsTime als UTC, zum Beispiel 2025-01-01T01:02:03.123Z. Lokale Uhrzeiten ohne Z oder mit einem anderen Zeitzonenoffset werden in dieser Fassung nicht übernommen. Schaltsekunden benötigen eine gesonderte Prüfung und werden nicht als reguläre Sekundenwerte akzeptiert. XML mit einer DTD/DOCTYPE wird aus Sicherheitsgründen abgewiesen.
Die Versionsangabe allein macht eine alte Datei nicht automatisch ADES-2022-konform. Nach einer Umstellung muss die vollständige Datei erneut geprüft werden. Das Programm führt diese Umstellung nicht selbst aus.
6. Zeitstempel und Duplikate
MPC Check vergleicht Zeitwerte mit Dezimalarithmetik. Unterschiedliche Nachkommastellen werden nicht durch eine Umrechnung in Gleitkommazahlen oder eine Kürzung auf Mikrosekunden zusammengezogen. Mathematisch gleiche Schreibweisen wie .123Z und .1230Z werden als derselbe Zeitpunkt erkannt.
Welche Beobachtungen gehören zusammen?
Für die Objektkennung gilt die Priorität permID, dann provID, dann trkSub, danach artSat. Bei vorhandener höherer Kennung trennt ein anderer nachgeordneter Bezeichner die Beobachtungen nicht. Station und ausdrücklich vorhandene ADES-Programmkennung werden berücksichtigt. OBS80-Notiz 1 wird ohne eindeutige Stationszuordnung nicht als Programmkennung gedeutet: verschiedene Notizen dürfen ein Zeitduplikat nicht verstecken.
Innerhalb derselben Gruppe ist ein gleicher Zeitpunkt grundsätzlich ein Fehler. Alle betroffenen Fundstellen werden gemeinsam aufgelistet. Ab 12. November 2026 kann ein Tracklet mit doppelten Zeitstempeln zur Ablehnung der gesamten Einreichung am MPC-Eingang führen.
Die ADES-Filterausnahme
Gleichzeitige Messungen können zulässig sein, wenn bei sämtlichen betroffenen Messungen das ADES-Feld fltr ausgefüllt ist und sich die Filterwerte unterscheiden. Das photometrische Feld band allein begründet diese Ausnahme nicht. Ein leerer oder wiederholter Filterwert führt deshalb weiterhin zu einem Duplikatbefund.
Eine rückläufige Zeitfolge innerhalb der Gruppe erzeugt eine Warnung. Die Beobachtungen bleiben in ihrer ursprünglichen Reihenfolge erhalten. Das Programm kontrolliert nicht, ob die Kamera- oder Rechneruhr richtig ging oder ob der angegebene Zeitpunkt zur Belichtungsmitte gehört. Solche Fehler müssen an den ursprünglichen Aufnahmen und Zeitquellen untersucht werden.
7. CND: ähnliche Beobachtungen suchen
CND bedeutet „Check Near-Duplicates“. Der Dienst sucht zu Beobachtungen zeitlich und räumlich nahe Einträge in den bereits veröffentlichten MPC-Daten. Er eignet sich beispielsweise zum Prüfen von erneuten Ausmessungen und möglichen Doppelmeldungen desselben Bildmaterials.
- Im Reiter „Lokale Prüfung“ die gewünschte Datei auswählen und lokale Fehler klären.
- Zum Reiter CND wechseln.
- Zeitfenster und Winkelradius einstellen.
- CND online abfragen wählen. Erst jetzt werden die Beobachtungen an den MPC übertragen.
- Zeitfenster
- 0 bis 60 Sekunden; Standard 60 Sekunden.
- Winkelradius
- 0 bis 10 Bogensekunden; Standard 5 Bogensekunden.
Das sind fachliche Suchparameter des Dienstes, keine Auswahl eines Teils der Datei. Alle lokal gültigen Beobachtungen werden verarbeitet. Große Dateien werden vollständig in Pakete von höchstens 10.000 Beobachtungen aufgeteilt. Bei Abbruch oder Netzfehlern werden bereits erhaltene Antworten als unvollständiger Bericht bereitgestellt.
Für eine ADES-Datei erzeugt die IAU-Bibliothek zunächst eine OBS80-Projektion. Dabei können Zeit-/Positionspräzision und Zusatzinformationen verloren gehen. Die lokale Zeitprüfung verwendet weiterhin die Originalwerte aus ADES. Die umgerechneten Datensätze sind kein Ersatz für die Originaleinreichung.
Ein CND-Treffer kann die exakte Originalbeobachtung oder eine nahe andere Messung sein. Kleine numerische Winkelabweichungen schließen einen Originaltreffer nicht aus. Die vollständige Serverantwort enthält die zugehörigen OBS80-Werte und Abstände. Kein Treffer beweist weder ein neues Objekt noch eine erfolgreiche Einreichung. CND ersetzt keine Suche anhand einer Objektbahn.
8. Submission Status
Dieser Dienst prüft eine gesamte Einreichung anhand der Submission-ID aus der MPC-Eingangsbestätigung. Die ID ist nicht dasselbe wie eine Objektbezeichnung, eine einzelne obsID oder eine Submission-Block-ID.
- Reiter Submission Status öffnen.
- Eine einzelne Submission-ID unverändert in das Eingabefeld übernehmen.
- Status online abfragen wählen.
accepted- Bestätigt nur die Annahme an der Eingangsstufe.
trueist keine Zusage für Veröffentlichung oder erfolgreiche Bahnanpassung. pipeline_entry_time- Zeitpunkt des Eintritts in die Verarbeitung oder ein leerer Wert, wenn noch kein Zeitpunkt vorliegt.
fault_events- Alle mitgeteilten Probleme und Warnungen. Die Liste kann auch bei
accepted: truegefüllt sein.
Die technischen Felder failure_code und phase werden unverändert angezeigt. Ihre Bedeutung ist laut MPC nicht stabil dokumentiert. Zur fachlichen Beurteilung vor allem die Meldung unter message lesen. Eine nicht auffindbare ID ergibt keinen Nachweis dafür, dass eine bestimmte Beobachtung verworfen wurde.
9. WAMO: Was ist aus meinen Beobachtungen geworden?
WAMO („Where Are My Observations“) verfolgt einzelne Beobachtungen oder Einreichungsblöcke. Im Reiter WAMO kann eine Liste mit einer Kennung pro Zeile eingegeben werden. Es werden folgende Eingaben unterstützt:
- Eine eindeutige
obsIDaus einer Eingangsbestätigung. trkSubund Stationscode mit einem Leerzeichen dazwischen, zum Beispiel5T0D452 703aus der MPC-Dokumentation.- Eine Submission-Block-ID.
- Eine exakt so eingereichte OBS80-Beobachtung, einschließlich der ursprünglichen Leerzeichen. Bei einem zweizeiligen Satz kann eine zusammengefügte 160-Zeichen-Beobachtung verwendet werden.
Mit IDs aus Datei übernehmen werden aus der im ersten Reiter gewählten Datei geeignete Kennungen übernommen. Bei OBS80 werden die ursprünglichen Sätze benutzt. Bei ADES werden eine vorhandene obsID oder trkSub + stn verwendet. Fehlen diese Angaben, muss eine passende Kennung manuell eingegeben werden. Eine gerundete ADES-zu-OBS80-Konvertierung wird nicht als vermeintliche Originaleinreichung an WAMO gesendet.
WAMO online abfragen überträgt die Liste an den MPC. Große Listen werden vollständig in Pakete aufgeteilt. Wiederholte identische Datei-Kennungen können zu einer gemeinsamen Statusabfrage zusammengefasst werden. Die Antworten bleiben unverändert im Bericht erhalten.
Die Antwort kann veröffentlichte, nicht gefundene oder fehlerhaft eingegebene Kennungen unterscheiden. Bei unveröffentlichten Beobachtungen kann die Astrometrie ausgeblendet sein. Eine leere Liste ist keine Annahme- oder Ablehnungsbestätigung. Die eigene Datenbank des MPC wird von diesem Programm nicht verändert.
10. Berichte, Exporte und unvollständige Antworten
Die Ergebnisfläche zeigt den vollständigen Bericht. Mit den Bildlaufleisten lässt sich der gesamte Inhalt lesen. Die drei Knöpfe JSON speichern, Text speichern und Bericht kopieren übernehmen den vollständigen jeweiligen Inhalt.
JSON eignet sich zur weiteren maschinellen Verarbeitung. Der Textbericht enthält die sichtbare Zusammenfassung und die Daten. Ein Bericht darf die aktuell ausgewählte Eingabedatei nicht überschreiben; das Programm blockiert dies auch bei einem erkannten zweiten Dateinamen für denselben Dateiinhaltsträger (Hardlink).
generated_at- Lokaler Erstellungszeitpunkt des Berichts. Beobachtungszeitstempel bleiben davon unabhängig UTC-Werte.
complete- Bei Online-Paketabfragen:
truebedeutet, dass alle angeforderten Pakete verarbeitet wurden. Es bedeutet nicht, dass jede Kennung gefunden oder jede Beobachtung angenommen wurde. processed_count/input_count- Anzahl abgefragter gegenüber eingegebenen Sätzen oder Kennungen.
complete: false- Abbruch, Netzfehler oder eine nicht zuverlässig auswertbare Serverantwort. Vorhandene Teildaten sind nutzbar, aber nicht als vollständige Prüfung zu behandeln.
Abbrechen stoppt weitere Pakete. Eine bereits laufende HTTPS-Anfrage muss erst zurückkehren oder ihr Zeitlimit erreichen. Die Oberfläche bleibt während der Abfrage bedienbar. Es läuft höchstens eine Prüfung gleichzeitig.
11. Kommandozeile
Für Skripte und Terminalbetrieb MPCCheckCLI.exe verwenden. Ohne Parameter startet auch diese EXE die GUI. MPCCheck.exe ist die Fassung ohne Konsole; dort für CLI-Aufrufe bei Bedarf ausdrücklich --out angeben. Ansonsten gibt es keine dauerhafte CLI-Einstellung, die beim nächsten Start automatisch eine Online-Abfrage auslösen würde.
Allgemeine Parameter
--help/-h- Zeigt die Übersicht; nach einem Unterbefehl zeigt es dessen Parameter.
--version- Zeigt die Programmversion.
--out PFAD- Bei jedem Unterbefehl verfügbar. Speichert den vollständigen JSON-Bericht als UTF-8. Ohne diese Option wird er nur auf der Standardausgabe ausgegeben. Der Pfad darf keine Eingabedatei überschreiben.
check DATEI – ausschließlich lokal prüfen
MPCCheckCLI.exe check messungen.psv --out lokal.json
Unterstützt UTF-8-Dateien mit OBS80, ADES XML oder PSV. Es wird keine Netzverbindung aufgebaut. Bei lokalen Fehlern ist der Rückgabecode 1; der JSON-Bericht wird trotzdem ausgegeben und auf Wunsch gespeichert.
cnd DATEI – ähnliche Beobachtungen online suchen
MPCCheckCLI.exe cnd messungen.obs --seconds 60 --arcsec 5 --out cnd.json
--seconds ZAHL- 0 bis 60 Sekunden, Standard 60. Dezimalpunkt verwenden, beispielsweise
1.5. --arcsec ZAHL- 0 bis 10 Bogensekunden, Standard 5.
Die lokale Prüfung muss zuerst bestanden sein. Der Befehl überträgt anschließend alle Beobachtungen. Für ADES gilt die beschriebene OBS80-Projektion. Bei einem Netzfehler kann eine mit --out angeforderte Datei die bisherigen Teilantworten mit complete: false enthalten.
status SUBMISSION-ID – Eingangsstufe abfragen
MPCCheckCLI.exe status IHRE-SUBMISSION-ID --out status.json
IHRE-SUBMISSION-ID ist ein Platzhalter und muss durch die echte ID ersetzt werden. Ein technisch erfolgreich abgefragter Ablehnungsstatus hat den CLI-Rückgabecode 0; die Annahmeentscheidung steht in data.accepted.
wamo – eine von drei Eingabearten wählen
MPCCheckCLI.exe wamo --id "5T0D452 703" --out wamo.json
MPCCheckCLI.exe wamo --id "ERSTE-ID" --id "ZWEITE-ID"
MPCCheckCLI.exe wamo --ids-file kennungen.txt --out wamo.json
MPCCheckCLI.exe wamo --file messungen.psv --out wamo.json
--id KENNUNG- Kann mehrfach vorkommen. Eine Kennung mit Leerzeichen als ein zitiertes Argument übergeben.
--ids-file DATEI- UTF-8-Liste mit einer Kennung oder ursprünglichen OBS80-Zeile pro Zeile. Leerzeilen werden ignoriert.
--file DATEI- Beobachtungsdatei zuerst lokal prüfen und geeignete Original-OBS80-Sätze bzw. ADES-IDs daraus verwenden.
Diese drei Eingabearten können nicht miteinander vermischt werden. Die reservierte WAMO-Kennung string ist im JSON-Modus nicht erlaubt.
Rückgabecodes und Aufrufpfade
- 0: lokale Prüfung bestanden oder Online-Abfrage technisch erfolgreich abgeschlossen. Die fachliche Serverentscheidung gesondert lesen.
- 1: lokale Vorprüfung enthält Fehler.
- 2: Bedien-, Datei- oder Netzfehler; gegebenenfalls unvollständige Teilantwort.
Bei Leerzeichen im Programmpfad den vollständigen Pfad entsprechend der verwendeten Shell zitieren. In PowerShell wird eine zitierte EXE mit dem Aufrufoperator & gestartet:
& "$env:LOCALAPPDATA\Programs\AmrumSoftware\MPCCheck\MPCCheckCLI.exe" check "E:\Messungen\nacht.psv" --out "E:\Messungen\bericht.json"
12. Fehler und Abhilfe
- Keine Beobachtungen / falsche Zeilenbreite
- Datei auf vollständige Datensätze, UTF-8 und unveränderte Leerzeichen prüfen. Textverarbeitung oder Tabellenprogramme können TABs oder zusätzliche Zeichen eingefügt haben.
- ADES_SCHEMA
- Die konkrete Meldung und Fundstelle lesen. Häufig fehlen Kontextangaben oder Pflichtfelder; auch falsche Winkelbereiche und unerlaubte Elemente können die Ursache sein. Die Angaben in der ursprünglichen Erfassungssoftware korrigieren.
- ADES_VERSION
- Die Datei ist nicht als Zielversion 2022 gekennzeichnet. Umstellung in der erzeugenden Software vornehmen und die vollständige Datei erneut prüfen.
- TIME_DUPLICATE
- Alle gemeinsam angegebenen Fundstellen vergleichen. Prüfen, ob eine Messung doppelt exportiert oder verschiedenen Tracklets dieselbe höher priorisierte Objektkennung zugewiesen wurde. Zeitwerte nicht willkürlich verändern, um den Befund zu unterdrücken.
- TIME_ORDER
- Die Reihenfolge läuft innerhalb der Gruppe rückwärts. Ursache prüfen. MPC Check sortiert nicht selbst.
- HTTP 403 (Zugriff verboten)
- Der MPC verweigert den Zugriff. Nicht als fehlenden Beobachtungstreffer behandeln. Später erneut versuchen und gegebenenfalls die Erreichbarkeit des betreffenden Dienstes prüfen.
- HTTP 404 (nicht gefunden)
- Die angefragte Ressource oder ID wurde nicht gefunden. Besonders bei Submission Status die vollständige ID kontrollieren.
- HTTP 429 (zu viele Anfragen)
- Abfragen unterbrechen und später fortsetzen. Das Programm wiederholt Anfragen nicht automatisch.
- HTTP 500 (interner Serverfehler), 502 (Gateway-Fehler), 503 (Dienst nicht verfügbar)
- Serverproblem; keine Aussage über die Annahme Ihrer Beobachtungen. Einen vorhandenen Teilbericht sichern und später neu abfragen.
- Netzzeitlimit oder ungültige JSON-Antwort
- Verbindung und Dienst prüfen. Auch eine Fehlerseite kann statt Daten zurückgekommen sein. Ein unvollständiger Bericht bleibt entsprechend markiert.
- Speicherplatz fehlt / TEMP oder TMP voll
- Die Meldung nennt den betroffenen Bereich. Speicher freigeben und den Vorgang erneut starten. Das Programm bereinigt keine fremden Dateien und ändert keine globalen TEMP-Einstellungen.
- MPC Check ist bereits geöffnet
- Die vorhandene Instanz verwenden oder regulär schließen. GUI und CLI sind getrennte EXEs; eine zweite GUI ist absichtlich gesperrt.
Fehlermeldungen tragen einen lokalen Zeitstempel und den Chat-/Projektbezug mpc-check. Für eine Rückfrage reichen gewöhnlich Version, betroffene Funktion, konkrete Fehlermeldung und eine kleine passende Beispieldatei. Keine Passwörter oder Tokens in Berichte oder Rückfragen aufnehmen.
13. Datenablage und Datenschutz
Die installierte Fassung trennt Programmdateien und veränderliche Daten. Programmdateien liegen im gewählten Installationsordner. Benutzerdaten liegen standardmäßig unter %LOCALAPPDATA%\AmrumSoftware\MPCCheck. Die lokale Installation-ID befindet sich dort im Unterordner state. Berichte werden erst auf Wunsch am gewählten Speicherort geschrieben.
Die portable Projektfassung behält ihre projektlokale Datenablage bei. Für ausdrücklich konfigurierte Sonder- und Testumgebungen kann die prozessbezogene Umgebungsvariable MPC_CHECK_DATA_DIR einen Datenordner vorgeben. Sie beeinflusst keine fremden Programme und ändert keine Eingabedateipfade. Diese Einstellung ist für den normalen Betrieb nicht erforderlich.
Die Installation-ID ist eine zufällige UUID4. Sie wird zusätzlich benutzerspezifisch in HKCU gespiegelt, damit dieselbe ID wiederhergestellt werden kann, falls die lokale Datei fehlt oder abweicht. Sie wird nicht aus Hardware- oder Kontodaten abgeleitet und nicht an den MPC gesendet.
Beim Start und beim lokalen Prüfen gibt es keine Netzabfrage. CND überträgt die ausgewählten Beobachtungen; Submission Status die ausgewählte Submission-ID; WAMO die eingegebenen Kennungen oder Original-OBS80-Sätze. Ziel ist ausschließlich https://data.minorplanetcenter.net. Für diese HTTPS-Verbindungen sieht der Dienst technisch auch die anfragende IP-Adresse. Es gibt keine Telemetrie und keinen gemeinsamen WAMO-Datenbankcache.
Diese lokale, unveröffentlichte Fassung hat keine Online-Updateadresse und keine zeitabhängige Updatesperre. Neue lokale Setups können manuell installiert werden. Eine öffentliche Veröffentlichung ist damit nicht verbunden.
14. Updates, Reparatur und Deinstallation
Das Setup merkt sich Installationsordner, Sprache, Startmenügruppe und die gewählten Aufgaben. Eine erneute Installation derselben Version dient als Reparatur. Eine laufende Anwendung muss vor dem Ersetzen ihrer Programmdateien regulär geschlossen werden. Im interaktiven Setup können Sie abbrechen, nach manuellem Schließen erneut prüfen oder das reguläre Schließen durch das Setup wählen. Kann ein stiller Lauf die Anwendung nicht schließen, bricht er ab.
Vor einer Aktualisierung oder Reparatur wird eine vorhandene Programmfassung vollständig gesichert. Bei vorhandenem Laufwerk N: ist das Ziel N:\installer-backups\MPCCheck\backup-…, sonst %USERPROFILE%\installer-backups\MPCCheck\backup-…. Inhalte und Erstellungs-/Änderungszeitpunkte werden kontrolliert. Scheitert die Sicherung, wird vor dem Ersetzen abgebrochen.
Die Deinstallation entfernt die installierten Programmdateien und die zugehörigen Verknüpfungen. Ausgewählte Beobachtungsdateien, außerhalb des Programmordners gespeicherte Berichte und die getrennte lokale Datenablage bleiben erhalten. Auch die lokale UUID-Spiegelung wird nicht als Nebeneffekt einer Deinstallation zurückgesetzt.
Stille Installation
MPCCheckSetup.exe /VERYSILENT /SUPPRESSMSGBOXES /NORESTART /LOG="E:\Protokolle\mpc-check-setup.log"
/SILENT zeigt einen Fortschritt, /VERYSILENT unterdrückt auch diese Anzeige. /SUPPRESSMSGBOXES verhindert unterdrückbare Rückfragen; Fehler führen zu einem Rückgabecode. /NORESTART verhindert einen automatischen Windows-Neustart. In stillen Installationen wird keine sichtbare MPC-Check-Anwendung gestartet. Installationsprotokolle werden außerdem durch Inno Setup geführt.
15. Mitgelieferte Beispieldateien
valid-ades2022.psv: synthetisches ADES-2022-Beispiel mit vollständigem Kontext.valid-ades2022.xml: entsprechende XML-Schreibweise.duplicate-ades2022.psv: absichtlich doppelter Zeitpunkt zum Erproben der Fehlermeldung.valid-obs80.txt: veröffentlichter OBS80-Beispielsatz aus der MPC-CND-Dokumentation.
Die Dateien liegen im Unterordner examples des installierten Programmordners. Sie dienen zum Lernen und Testen. Sie dürfen nicht als eigene Beobachtungen eingereicht werden. Das Öffnen oder lokale Prüfen der Beispiele löst keine Online-Abfrage aus.
16. Version und Quellen
MPC Check 0.1.1 – Jost Jahn, Kontakt: MPCCheck@jostjahn.de. Das Programm ist eine lokale Anwendung von Amrum Software, einer Projekt- und Sammelbezeichnung der Softwareangebote von Jost Jahn.
Version 0.1.1 ergänzt das Setup, Desktop-/Startmenüverknüpfungen, die getrennte installierte Datenablage und dieses ausführliche deutsche Handbuch. Version 0.1.0 führte lokale OBS80-/ADES-Prüfungen, CND, Submission Status und WAMO ein.
Das Handbuch ist offline lesbar. Die folgenden Links öffnen externe Dokumentation erst nach einem Klick:
