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4./5. Mai 2004

Totale Mondfinsternis

Mondfinsternis 4. Mai 2004 mit Alpha1,2 Librae, Foto: Jost Jahn, Kamera: Olympus E-100 RS, Beobachtungsort bei Hemslingen,
Daten: 4.5.2004, 20:17 UT, f=349 mm KB, t=5s, f/3.5, 400 ASA, WB Daylight, Interne Nummer P5040934.

Mondfinsternis 4. Mai 2004 mit Alpha1,2 Librae, Beobachtungsort bei Hemslingen.


Vorbemerkungen

Diese Mondfinsternis fand in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch in der beginnenden Abenddämmerung statt.

Einen Bericht über meinen dazu vorher gehaltenen Vortrag gibt es bei meinen Events.

Hier soll es nähere Informationen zu meinen astronomischen Beobachtungen dieser Mondfinsternis geben.

Geplant war eine Zeitreihe analog und digital, aus der ich eine schöne Animation herstellen wollte.

Da das Wetter aber mal wieder nicht mitspielte, konnte ich diesen Plan schon am Mittag des Dienstag zu den Akten legen. Die Wettervorhersage sah für den Landkreis Uelzen eine zunehmende Bewölkung mit anschließend einsetzenden Regen vor.

Vorbereitungen

Ab Dienstag Nachmittag hatte ich dann Zeit, mich um die Vorbereitungen zu kümmern.

Mondfinsternis 4. Mai 2004 mit Horizont, Foto: Jost Jahn, Kamera: Olympus E-100 RS, Beobachtungsort bei Hemslingen
Daten: 4.5.2004, 20:23 UT, f=140 mm KB, t=16s, f/2.8, 400 ASA, WB Daylight, Interne Nummer P504062.
Mondfinsternis 4. Mai 2004 mit Horizont, Beobachtungsort bei Hemslingen

Trotz der schlechten Wetteraussichten setzte ich an meinem Zimmerfenster eine Nikon Coolpix 5000 mit einem Intervallschalter ein und nahm alle 2 Minuten ein Weitwinkelbild der Gegend auf, wo der Mond entlang laufen sollte. Diese Aufnahmen sollten aber durch die in der Tat zunehmende Bewölkung komplett dunkel werden. Im Zeitalter der digitalen Fotografie kann man sich dann aber solche Experimente leisten.

Eine Stunde vor der Finsternis war es nur noch etwa zu 20 Prozent klar. Daher entschloß ich mich auf Motivsuche zu fahren (Mond mit Haus, Baum etc.).

Mein erstes Ziel war Uelzen, wo ich einen Standort habe, der einen freien Blick auf die prominente Marienkirche gewährt. Dieser hat sich schon oft bei Sylvesteraufnahmen bewährt.

Dort angekommen, war es im Zenit und Westen klar, aber an der Stelle des Mondes im Osten stand eine dicke Wolkenfront. Zusätzlich war ich mir nach einiger Beobachtung der langsam ziehenden Wolken sicher, daß der Wind aus Süden kommt.

Ein ausgewähltes Bild dieser Seite liegt bei fotocommunity.de

Die Fahrt

Das hieß aber nun: Auf nach Westen. Ursprünglich nahm ich an, nur etwa 10-20 km zu fahren, um einen klaren Osthorizont zu bekommen. Die Zeit drängte, denn es war schon etwa 19.30 Uhr und der Mond sollte bald aufgehen. Auf der Fahrt Richtung Westen wurde es 20 Uhr (Mondfinsternis schon gut angefangen, Mond wäre sichtbar). Munster war erreicht, die Autobahn kam näher.

Mondfinsternis 4. Mai 2004 ganz groß, Foto: Jost Jahn, Kamera: Olympus E-100 RS, Beobachtungsort bei Hemslingen
Daten: 4.5.2004, 20:14 UT, f=543 mm KB (also Digitalzoom), t=6s, f/3.5, 400 ASA, WB Daylight, Interne Nummer P5040937.
Mondfinsternis 4. Mai 2004 ganz groß, Beobachtungsort bei Hemslingen

Im Radio begann auf NDR 90,3 eine Sendung über den Mond mit thematisch zugeordneter Musik (sprich: Computersuche nach Mond und moon im Gesangstext). Der Osten wurde nun immer mehr klar, aber noch nicht genug. Die Feuchtigkeit in der Luft setzten nun langsam zu nebligen Schwaden über den Feldern an. Gegen 20.30 Uhr ertönte die vertraute sonore Stimme des GvA-Pressereferenten Oliver Rensch im Radio. Er erklärte die üblichen W's der Reporterfragen, aber der Mond war immer noch nicht sichtbar. Gut zu wissen, daß die nicht vorher überlegte und daher noch weniger getroffene Entscheidung, die Max-Beyer Sternwarte der GvA zu besuchen, auch keine Sicht auf den Mond gebracht hätte. Geteiltes Leid wäre aber halbes Leid gewesen...

Gegen Ende der Sendung um 21 Uhr war ich in Soltau, aber immer noch kein Mond zu sehen. Nun war mir alles egal. Der Proviant war aus Frust schon verzehrt, der Mond immer noch hinter tiefliegenden Wolken verdeckt und keine Straßenkarte dabei. Also immer in etwa der Venus nach, d.h. Richtung Bremen. Die ersten Schilder mit Bremen tauchten auf und das letzte Schild Richtung Uelzen (78 km) war auch noch ansichtig geworden. Nun war es 21.30 Uhr und immer noch kein Mond. Wo ich zu schauen hatte, war mir dank des Palm Planetarium Programm klar. Auch die Höhe über den Horizont war nicht fraglich.

Die Finsternis

Klick für Karte nahe des 1. Beobachtungsortes (zwischen Hemslingen und Brockel)

Die totale Phase der Finsternis begann ... ohne mich. Weiter trieb es meinen kleinen blauen Lupo über die nebelfeuchten Asphaltdecken der Zentralsteppen Niedersachsens. Immer wieder ein Blick aus dem Autofenster und wahrlich um 22.11 Uhr lugte eine kleine rote schwächliche Scheibe durch die tiefen Wolken am Südosthorizont hervor. Meinen Lupo und mich hielt nun nichts mehr.

Mondfinsternis 4. Mai 2004, Beobachtungsausrüstung, Foto: Jost Jahn, Kamera: Olympus E-100 RS, Beobachtungsort bei Brochdorf
Mondfinsternis 4. Mai 2004, Beobachtungsausrüstung, Beobachtungsort bei Brochdorf

Rein auf den nächsten Feldweg (zwischen Hemslingen und Brockel) und herausgezerrt das fertige mit einer Olympus E-100 RS versehene Stativ. Eingestellt hatte ich die Kamera schon vorher und die ersten Aufnahmen klimperten in die Speicherkarte hinein. Mit dem 10fach optischen Zoom hineingezoomt, doch oh Schreck: Alles unscharf. Achja, bei Mondfotos immer manuell scharfstellen und zwar drei Klicks unter dem Unendlich-Symbol, kam es mir in die Erinnerung. Gesagt, getan und schon sprang der Mond scharf und rot fast aus dem kleinen LCD-Schirm heraus. Die Zeit für eine kleine Schärfenprobe mußte aber dennoch sein.

Zeitreihe um Zeitreihe flutschte nun durch den Auslöser. Einige vorbei kommende Fernlichter auf der Straße warfen ihr Licht zum Glück nicht Richtung Kamera. Dafür stellte ich nun fest, daß ein hell beleuchtetes Umspannwerk 100 Meter entfernt von mir vor sich her brummte. Aber ich wollte ja auch kein Deepsky machen.

Leider hatte ich vor lauter Pessimismus keine Nachführung mit genommen, so daß ich mich mit wenigen Sekunden Belichtungszeit je Aufnahme begnügen müßte. Nun noch mein kleines bildstabilisiertes Fernglas hervorgeholt und noch einen kleinen stabilen Blick auf die MoFi geworfen: Ach so schön ist es immer wieder, die rot verfinsterte Scheibe zu sehen...

Klick für Karte nahe des 2. Beobachtungsortes (in Söhlingen)

Leider zogen jetzt wieder kleine Wolken über die Scheibe und ich beschloß heim zu fahren, da mich nächsten Morgen um 8 Uhr die Arbeit wieder erwartete. Aber just im nächsten Dorf nach 5 Minuten (gegen 22.30 Uhr) war der Mond wieder spukhaft zu sehen. Der Kirchturm war für einen Motivschuß zu hoch, daher fuhr ich auf einen kleinen Parkplatz vor einer Fabrik. Es war niemand zu sehen, auch keine Überwachungsleuchte. Mittels eines Baumes begann ich eine kleine Motivreihe "Mond mit Baum". Plötzlich ein dunkles Hupen und gleißend helles Licht von hinten: Ein Laster gewaltigen Ausmasses rollte langsam auf mein kleines Stativ und mich zu. Hurtig fuhr ich Stativ und Auto einige Meter beiseite, denn ich wollte nicht in die lokalen Unfallnachrichten gelangen. Es stieg ein in breitem rheinländischen Akzent sprechender Fahrer aus. Es entspann sich folgender Dialog:

Mondfinsternis 4. Mai 2004 in den Bäumen, Foto: Jost Jahn, Kamera: Olympus E-100 RS, Beobachtungsort in Söhlingen
Daten: 4.5.2004, 20:33 UT, f=115 mm KB, t=16s, f/2.8, 400 ASA, WB Daylight, Interne Nummer P5040969.
Mondfinsternis 4. Mai 2004 in den Bäumen, Beobachtungsort in Söhlingen

Die Begegnung

Fahrer: "Was bin ich froh, die Firma gleich gefunden zu haben. Was machen Sie hier? Sind Sie der Sicherheitsdienst?"

Ich: "Nein, ich beobachte hier die Mondfinsternis!"

Fahrer: "Achja, hab ich von gehört." Umschauend. "Aber man sieht ja gar nichts!."

Ich: "Ist ja auch hinter dem Baum."

Fahrer: "Ach so." Einige Schritte setzend, Richtung Mond schauend. "Ich sehe aber nichts. Ist wohl bewölkt. Ich ruf mal meine Freundin im Rheinland an." Handy greifend und wählend.

Ich: "Ist ja auch verfinstert. Das kleine rote Scheibchen da." Wärenddessen weiter fotografierend.

Fahrer (zur Freundin): "Hallo Schatzi, ist bei euch die Mondfinsternis zu sehen? Ich stehe hier auf einem Parkplatz und hier fotografiert so einer die Mondfinsternis." Der Freundin zuhörend. "Nicht im Fernsehen! Draußen ist die!" Wieder der Freundin zuhörend. "Ach so, es regnet? Guck trotzdem mal! Keine Lust? Naja, ist ja auch spät. Ich ruf später nochmal an."

Mondfinsternis 4. Mai 2004 in den Bäumen, Detail, Foto: Jost Jahn, Kamera: Olympus E-100 RS, Beobachtungsort in Söhlingen
Daten: 4.5.2004, 20:34 UT, f=115 mm KB, t=16s, f/2.8, 400 ASA, WB Daylight, Interne Nummer P5040971.
Mondfinsternis 4. Mai 2004 in den Bäumen, Detail, Beobachtungsort in Söhlingen

Ich: "Hier auf dem Schirm sehen Sie ein Foto. Ist doch schön rot und groß, oder?"

Fahrer: "Ja, das ist nett. Ich glaub, ich kauf mir auch mal so ein Ding und mach solche Fotos."

Ich: "Ja, machen Sie das mal."

Fahrer: "Aber jetzt geh ich mir mal einen zischen und dann gucke ich mir das im Fernsehen an."

Ich: "Ich bin auch fertig. Gute Nacht!"

Beide: Abgang.

Was lernt man daraus? Erstens ist der Griff zum Handy bei unerwarteten Ereignissen scheinbar unabwendbar. Zweitens ist das Fernsehen die ultimative Informationsquelle. Drittens ist die Zuversicht, im Besitz moderner Technik zu sein und alles selber machen zu können, unerschütterlich. Letztens sollte man auch einsame Parkplätze vor großen Firmen selbst in der tiefen Nacht meiden...

Ende

Klick für Karte nahe des 3. Beobachtungsortes (zwischen Tewel und Brochdorf)

Nun trieb es mich weiter nach Hause zurück. Doch schon um 22.45 Uhr gab es einen einsamen Feldweg zwischen Tewel und Brochdorf, den ich einschlug und auch einsam blieb (vom Geraschel wilder Tiere abgesehen). Ich setzte nun auch meine Nikon F-90 ein, um noch einige Bilder auf herkömmlichen Film zu machen. Eine kleine Aufnahme meiner Ausrüstung mußte auch sein. Gegen 23.20 Uhr verschwand aber der sich langsam wieder entfinsternde Mond endgütig hinter von Osten kommenden Wolkenbergen.

Mondfinsternis 4. Mai 2004 mit Horizont, Foto: Jost Jahn, Kamera: Olympus E-100 RS, Beobachtungsort bei Brochdorf
Daten: 4.5.2004, 20:45 UT, f=52 mm KB, t=16s, f/2.8, 400 ASA, WB Daylight, Interne Nummer P5040975.
Mondfinsternis 4. Mai 2004 mit Horizont, Beobachtungsort bei Brochdorf

Die nun endgültige Heimfahrt dauerte etwa 1 Stunde. Recht erschöpft, aber auch froh die MoFi gesehen zu haben, fiel ich in einen tiefen viel zu kurzen Schlaf.

Am nächsten Tag ging es dann mit PaintShop Pro, diversen digitalen Tricks, sowie ColorWasher und NeatImage darum, noch etwas aus den verrauschten Aufnahmen (meist mit 400 ASA belichtet) herauszuholen. Auf dieser Seite sehen Sie die Ergebnisse. Die Fahrtroute konnte ich nicht ganz rekonstruieren, die Orte sind an Hand der Ortsschilder und einer Karte gefunden worden.

Unter meinem Auto mußte ich noch einen Zweig aus dem Waldweg bei Brochdorf entfernen - es schabte recht heftig.

Die technischen Daten zu meinen Fotos können Sie unter der "alt=" Bemerkung im Sourcetext der Webseite oder durch Liegenlassen der Maus auf einem Bild ersehen.

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